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Leiter des Hochschulinstituts EMBI mit den Schwerpunkten Medizinmanagement und betriebswirtschaftliche Bildung im medizinischen Bereich. Aktiv in der Beratung von Heilberufen rund um die Themen Praxisorganisation, Personalführung, Eigenmanagement, Praxismarketing und Betriebswirtschaft.

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Schutzschirm wird nicht umgesetzt

Als Konsequenz der Corona-Krise leiden Therapeuten und Zahnärzte unter signifikant gesunkenen Patientenzahlen und sehen Ihre Existenz bedroht. Zur Sicherung der guten Versorgungslage in Deutschland ist ein politischer Schutzschirm geplant, welcher die Ärzte und Therapeuten finanziell entlastet.

Der Gesundheitsminister plant jetzt auch nach den Krankenhäusern und Ärzten andere Leistungserbringer im Gesundheitswesen unter den „Rettungsschirm“ zu nehmen.

Für Heilmittelerbringer wie Physiotherapeuten, Logopäden und Ergotherapeuten soll eine einmalige Zahlung auf der Basis des IV/Quartals 2019 in Höhe von 40% als Zuschuss gewährt werden.

Die Zahnärzte sollen 90% der Vergütung der GKV-Patienten aus 2019 für die Leistungsarten Kons./Chirurgie, Parodontose, Kieferbruch und Kieferorthopädie verteilt auf die Restmonate von den zuständigen KZVen in 2020 gutgeschrieben bekommen.

Die ggf. zu viel ausgezahlte Honorarsumme, aus den Leistungsarten I-IV, wird in 2021/22 abgerechnet und muss in Höhe von 70% des übersteigenden Betrages zurückgezahlt werden. 30% verbleiben somit beim Zahnarzt. Man rechnet jedoch damit, dass im IV/Quartal 2020 sowie in 2021 Nachholeffekte die Rückforderungsbeträge abmildern werden.

Achtung: Honorare aus Prothetikleistungen und Zuzahlungen von Füllungen sind von dieser Regelung ausgenommen.

PKV Leistungen nicht im Schutzschirm

Leistungen der privaten Krankenkassen sind vom Rettungsschirm selbstverständlich nicht betroffen. Die PKVen werden aber wohl eine analoge Gebühren-Position i.H. von 14,23 € in der GOZ für Hygienemaßnahmen einfügen.

Alle sonstigen staatlichen Hilfen wie „Corona-Soforthilfe“ des Bundes (siehe Bundessoforthilfe) oder des Landes (siehe Landessoforthilfe) oder das Kurzarbeitergeld (Anleitung zur Umsetzung siehe hier) bleiben in vollem Umfang erhalten und müssen nicht gegengerechnet werden, so dass man sagen kann, dass insgesamt durch die Verhandlung eine erhebliche Unterstützungsleistung erreicht wurde.

Tagesschau berichtet über Schutzschirm

Tagesschau: Rettungsschirm für Zahnärzte und Therapeuten
Angela Tesch, ARD Berlin 
11.04.2020 18:34 Uhr

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